Hilfe bei Leseschwäche (Dyslexie)
Was ist eine Leseschwäche?
Eine Leseschwäche (Dyslexie), also eine Schwierigkeit Lesen zu lernen, tritt häufig gemeinsam mit einer Lese-Rechtschreibschwäche oder Legasthenie auf. Sie kommt aber auch als isolierte Problematik vor. Typische Anzeichen sind vor allem das stockende, roboterartige Lesen, das sich auch durch häufiges Üben nicht verbessert. Oder aber auch Verwechslungen ähnlicher Buchstaben (z.B. b/d und q/p) und Vertauschen der Reihenfolge von Buchstaben in einem Wort. Dem Kind fällt es oft schwer, Reime zu erkennen und Laute zu unterscheiden. Es macht auch bei geübten Texten auffällig viele Fehler, meistens bei denselben Wörtern. Bei Interpretationsfragen gerät das Kind häufig ins Stocken und kann auch nach mehrmaligem Lesen den Inhalt eines Textes nicht wiedergeben.
Einem Kind, das schlecht liest, wird oft gesagt: „Du musst einfach
mehr üben!“ oder „Lesen, lesen und nochmals lesen – dann wird das
schon besser.“ Leider ist meist das Gegenteil der Fall. Die Kinder
mühen sich ab, aber sie können keinerlei Fortschritt erkennen und
werden immer frustrierter. Ein Vermeidungsverhalten setzt ein und sie
lesen dementsprechend weniger. Dieses wirkt sich dann auf andere
schulische Bereiche aus, z.B. auf Mathematiktextaufgaben. Zusätzlich können
sich, wie bei der Legasthenie, körperliche Beschwerden einstellen, wie
Kopfweh, Bauchweh, Schlafstörungen oder Bettnässen. Mache Kinder
reagieren auf Anforderungen auch mit aggressivem Verhalten oder
emotionalem Rückzug.
Dyslexie Therapie
Da Übung nicht weiterhilft, ist eine qualifizierte Therapie angeraten. Der Leselernprozess baut sich stufenweise auf, beginnend bei der Buchstabenkenntnis und dem Zuordnen eines Lautes, über das sogenannte „lautierende Lesen“ (Buchstaben aneinanderhängen) bis zur Silbensynthese. Erst danach lernt ein Kind die direkte Worterkennung und das Lesetempo kann sich steigern. Der letzte Schritt in einem erfolgreichen Leselernprozess ist das sinnentnehmende Lesen, also nicht nur die Bedeutung der gelesenen Worte verstehen, sondern den Sinn eines Textes erfassen zu können.
Eine genaue Testung und Fehleranalyse hilft einzuschätzen, auf welcher Ebene des Leselernprozesses sich das Kind befindet. Erst dann kann ein gezieltes Training mit differenzierten Übungen ansetzen. In meiner Praxis gibt es von gebärdenunterstützten Erstlesetraining über spielerische Leserätsel, die die Lesemotivation fördern, bis zu Computerprogrammen für ältere Kinder, vielfältige Förderprogramme und Materialien für die unterschiedlichen Problembereiche. So kann eine effektive Förderung für Ihr Kind gewährleistet werden.